SYSTEMISCHE GRUNDANNAHMEN

Zu den wesentlichen theoretischen systemischen Grundannahmen des Ansatzes zählen die Kommunikationstheorie, die Systemtheorie sowie der Konstruktivismus. Systemiker glauben an eine durch den jeweiligen Beobachter konstruierte Wirklichkeit – das bedeutet Probleme, Symptome oder auffälliges Verhalten existieren nicht per se, sondern jeder Mensch konstruiert seine eigene Wirklichkeit indem er Situationen oder Handlungen innerhalb weniger Sekunden durch seine Wahrnehmung gefiltert beschreibt, bewertet und erklärt. Demzufolge betrachtet nach den systemischen Grundannahmen jeder Mensch seine Welt als Beobachter aus seinem eigenen persönlichen Blickwinkel, nimmt bestimmte Dinge oder Details entsprechend den Erfahrungen, Vorlieben und Bedürfnissen mehr oder weniger wahr und schafft sich so seine Realität. Einen anschaulichen Vergleich liefert die Leuchtturm-Metapher, bei welcher der Lichtkegel des Leuchtturms immer nur einen kleinen Teilausschnitt der Umwelt ausleuchtet. Der Blick kann an unterschiedlichen Stellen kürzer oder länger verweilen, und dementsprechend erzeugt jede Person individuelle Assoziationen, Bilder und Gedanken.

Systemische Therapie

HUMANISTISCHE GRUNDANNAHMEN

Das humanistische Menschenbild sieht in jedem Menschen eine selbstständige, in sich wertvolle Persönlichkeit und respektiert die Verschiedenartigkeit verschiedener Menschen.“ (Marlis Pörtner, Vortrag Kassel, Arbeitstagung der DGSGB, 1999). 

Im Personzentrierten Ansatz gehen wir von der Aktualisierungstendenz aus. Die Aktualisierungstendenz zielt darauf ab, das eigene Dasein zu erhalten, zu erweitern und zu erhöhen.

Carl Rogers, der Begründer der Personzentrierten Psychotherapie sieht den Menschen als einen eigenständigen Organismus, der sich ständig in einem Wachstumsprozess befindet. Der Organismus, damit meint Rogers die Natur des Menschen, ist der vertrauenswürdige innere Kern der menschlichen Persönlichkeit. Dieser Kern beinhaltet das körperliche, seelische und geistige Erleben. Er ist der Ort der Erfahrung und der inneren Bewertung. „Jedes Individuum besitzt eine zentrale innere Kraft, die in die Richtung von zunehmender Reife, Selbstverwirklichung und Sozialisation strebt. Menschen haben Wahlmöglichkeiten und können sich frei entscheiden.“ (Korunka, 1992, S. 71) Die Eigenschaft des Organismus ist die Aktualisierungstendenz.

Der Begriff Aktualisierungstendenz bezeichnet, die dem Organismus innewohnende Tendenz zur Entwicklung seiner Möglichkeiten und zwar so, dass sie der Erhaltung und Förderung des Organismus 14 dient. „Der Begriff beinhaltet die Tendenz des Organismus zur Differenzierung seiner Selbst und seiner Funktionen, er beinhaltet Erweiterung im Sinne von Wachstum, die Steigerung der Effektivität durch den Gebrauch von Werkzeugen und die Ausweitung und Verbesserung durch Reproduktion.“ (Rogers, 1959, S. 26)

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